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Ärgernis Service-Abbau

Post: Massive Preiserhöhungen trotz schlechterer Dienstleistungen.

Geschlossene Poststellen, abgeschraubte Briefkästen, lahme Expresspost: Die Dienstleistungen der Post werden immer schlechter. Die Preise aber steigen massiv.

Post schwächt sich

Die Post verschlechtert den Service und behauptet das Gegenteil. So schreibt sie dem K-Tipp: «Zwischen Ende 2007 und Ende 2010 haben wir unser Briefeinwurfnetz analysiert und verbessert.»

Tatsache aber ist:

  • Über 5'000 Briefkästen sind innert dreier Jahre verschwunden. Jetzt gibt es gerade noch 15'200.
  • Nicht einmal mehr die Hälfte wird werktags nach 17 Uhr geleert. Manche schon morgens um 8 Uhr zum letzten Mal.
  • Am Sonntag sind nicht einmal mehr 400 Briefkästen bedient.

 

Selbst in Städten werden viele Briefkästen werktags schon um 8 Uhr zum letzten Mal geleert. A-Post-Briefe, die später eingeworfen werden, kommen so erst am übernächsten Tag an. «Die Post schwächt die A-Post gleich selber», sagt Postregulator Marc Furrer. «Ich möchte davon ausgehen können, dass ein Brief am nächsten Tag ankommt, auch wenn ich ihn erst um 16 Uhr einwerfe.»

Poststellensterben

Auch Poststellen verschwinden: 1970 gab es in der Schweiz noch 4'500 Poststellen. Jetzt sind es noch 1851. 
Und diese Poststellen sind auch keine richtigen Poststellen mehr, sondern Gemischtwarenläden. Auffällig sind die Regale voller Bücher, Süssigkeiten und Handys. Dahinter versteckt hats zwar auch noch Schalter. Aber es sind nur so wenige bedient, dass das Warten lange dauern kann.

Und das Angebot ist erst noch eingeschränkt: Die Post bietet zwar den Swiss-Express Mond an. Aber die Sendungen treffen erst am nächsten Tag beim Empfänger ein. Die richtigen Expresssendungen heissen Blitz, aber nur gerade 160 Poststellen nehmen diese noch an. In den Kantonen St. Gallen und Wallis sind es gerade noch drei Poststellen, im Kanton Schwyz zwei und in den Kantonen Tessin sowie Graubünden gar keine. Ganz zu schweigen von den kleinen Bergkantonen.

Briefmarkenautomaten? Hat die Post letztes Jahr abgeschafft. Abholungseinladungen? Können die Kunden nicht mehr gleichentags auf der Poststelle vorweisen.

Immer höhere Preise bei der Schweizerischen Post

Die Dienstleistungen werden abgebaut, dafür steigen die Preise: 1994 kostete das Porto für einen 200 Gramm schweren B-Post-Brief noch 60 Rappen. Heute sind es Fr. 1.10.

Dabei war die Teuerung in den letzten beiden Jahrzehnten in der Schweiz fast inexistent: Nur gerade 14,4 Prozent betrug sie seit 1994. Auch der Preis für ein Economy-Paket bis 2 kg stieg auf fast das Doppelte. Der Preis für einen Expressbrief – den oben erwähnten Blitz – sogar auf fast das Sechsfache.

 
ktippSaldoBon a saviorMeglio
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